Monitoring-Chart — wer arbeitet mit welcher Idee?
Eine einfache Tabelle während der Erarbeitung zeigt, welche Strategie wo vorkommt — die beste Unterlage für Auswahl und Reihenfolge im Plenum.
Kernaussage
Schriftliche Übersicht während des Rundgangs macht aus Beobachtung Entscheidungsmaterial fürs Plenum.
Was ist das?
Ein Monitoring-Chart ist eine kleine, übersichtliche Matrix, die du vor der Stunde anlegst: In den Spalten stehen die Strategien oder Darstellungen, die du erwartest (algebraisch, zeichnerisch, Zahlbeispiel, typischer Fehler …) — in den Zeilen die Gruppen oder Lernenden. Während des Rundgangs durch die Erarbeitungsphase trägst du nur ein Häkchen oder Kürzel ein, wo etwas auftaucht. So entsteht in wenigen Minuten eine Landkarte der Klasse: Wer hat welchen Weg, wo sind Stolperstellen, wer hat etwas, das ins Plenum gehört? Im Plenum brauchst du dann nicht mehr suchen — du wählst aus und entscheidest die Reihenfolge.
Warum ist das gut?
Du vergisst unter Zeitdruck nicht, wo welche Idee lag; du siehst auf einen Blick, ob Vielfalt entsteht oder ob alle denselben Weg fahren. Das unterstützt faire und zielorientierte Auswahl, wer ins Plenum geht.
Wie geht das im Unterricht?
- So gehst du vor: Vor der Stunde Chart skizzieren (Papier, Whiteboard, digitale Tabelle). Beim Rundgang nicht lange reden — nur ankreuzen oder Codes setzen.
- Achte dabei auf: Datenschutz und wertschätzende Nutzung — es geht um Mathematik sichtbar machen, nicht um Ranking.
- Prüfe am Ende: Hat das Chart deine Entscheidung für Reihenfolge und Fokus im Plenum erleichtert?
Beispiele aus dem Unterricht
- Drei erwartete Wege (algebraisch, zeichnerisch, Zahlbeispiel) × 6 Gruppen — beim Rundgang abhaken.
- Eine Spalte „Fragen / Unklar“ für Gruppen, die stecken — später entscheiden, ob ins Plenum oder kurz in der Gruppe geklärt.
- Digitales Pad mit denselben Spalten — du projizierst es nicht zwingend, nutzt es aber als Leitplanke.
Was kann eine Lehrkraft dabei falsch machen?
- Chart zu fein — dann pflegst du es statt die Klasse zu sehen.
- Chart nur dekorativ ausfüllen, ohne es für die Diskussionsplanung zu nutzen.
Was kann in der Praxis schiefgehen?
- Zu wenig Zeit für Rundgänge — dann bleibt die Matrix leer.
Querverweise
- Arbeitsphasen zielgerichtet beobachten
- Beiträge fürs Plenum auswählen
- Lernziel klarziehen und Lösungswege vorwegdenken
Quelle (Hintergrund)
Smith, M. S., & Stein, M. K. (2018). 5 Practices … (2nd ed., Kap. 9 „Lesson 6“; Anhänge zu Monitoring-Charts).
Mini-Quiz
Wähle eine Antwort — Rückmeldung erscheint sofort.
01 Wozu dient ein Monitoring-Chart in einer Plenumsplanung?
02 Welche Achsen tragen ein wirksames Monitoring-Chart?
03 Du hast drei Wege antizipiert, in der Klasse taucht spontan ein vierter auf. Wie gehst du damit um?
Diskussion
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PUBLIC_GISCUS_*-Variablen an (siehe .env.example und README).