Routinen-Schritte dauerhaft sichtbar notieren
Halte die wenigen Schritte einer Diagnose-Routine während der ganzen Phase an der Tafel oder auf der Folie fest — damit bleiben Orientierung und Erwartung klar, ohne dass du dieselbe Ansage wiederholen musst.
Kernaussage
Die Schritte einer Routine müssen während der ganzen Phase sichtbar bleiben — nicht nur einmal hörbar, damit jede Phase der Diagnose zuverlässig funktioniert.
Was ist das?
Du hältst die Schritte der Diagnose-Routine (typischerweise bis zu drei Stationen) während der gesamten Übungs- oder Abfragephase an der Tafel, auf einer Folie oder auf einem Plakat fest. Es geht nicht um ausführliche Erklärtexte, sondern um wenige, gut lesbare Handlungsanker und die Reihenfolge des erwartbaren Verhaltens — was gilt jetzt, was kommt als Nächstes.
Warum ist das gut?
Lernende können sich jederzeit rückversichern, was in dieser Phase gilt — ohne dass du dieselbe Anweisung mehrfach vortragen musst. Das reduziert Missverständnisse, hält Erwartungen einheitlich und entlastet dich bei Wiederholungen. Für die Diagnose zählt: Was gezeigt oder gesagt wird, entsteht im richtigen Routinen-Schritt, nicht aus Verwechslung der Phase — der Ablauf bleibt zeitlich und strukturell vergleichbar.
Wie geht das im Unterricht?
- So gehst du vor: Notiere bis zu drei kurze Schritte groß und gut lesbar an dieselbe Stelle, auf die alle sehen — idealerweise nummeriert, mit Verben oder klaren Substantiven; lasse sie stehen, bis die Routine für diese Phase beendet ist.
- Achte dabei auf: Eine Zeile pro Schritt, keine Romane; Formulierungen, die zum tatsächlichen Verhalten in deiner Klasse passen (z. B. denken, zeigen, zuhören bzw. kurz begründen); keine zweite, längere Parallelversion daneben, die widerspricht.
- Prüfe am Ende: Ob die Klasse den Ablauf ohne neue Vollerklärung umsetzt, ob weniger Nachfragen zum nächsten Schritt nötig sind — und ob die sichtbaren Schritte mit dem übereinstimmen, was du wirklich einforderst.
Beispiele aus dem Unterricht
- Geometrie (Winkel): Neben der Aufgabe stehen drei Zeilen — 1 eigenes Urteil, 2 auf Signal zeigen, 3 eine Begründung formulieren oder zuhören. Wer unsicher ist, liest nach, statt die Lehrkraft zu unterbrechen.
- Gleichungen: Schritt 2 (zeigen) bleibt stehen, bis die Phase bewusst beendet ist — niemand hebt die Karte früh, weil der nächste Schritt visuell noch nicht freigegeben wirkt und die schriftliche Erinnerung den Wechsel stützt.
- Funktionen / Begründen: In der Austauschphase verweisen Lernende auf Schritt 3 statt durcheinanderzurufen — die Tafel strukturiert, wer wann mit welchem Fokus spricht; der nächste Schritt ist öffentlich vereinbart.
Was kann eine Lehrkraft dabei falsch machen?
- Sie überfrachtet die Tafel mit Text, Fußnoten und Ausnahmen statt mit kurzen Handlungszeilen — dann überwiegt Leselast gegenüber Orientierung.
- Sie wischt die Schritte weg oder blendet sie aus, bevor die Routine bei der Klasse stabil sitzt — dann fällt die Orientierung weg, genau wenn sie gebraucht wird.
- Die Notation passt nicht zur tatsächlichen Durchführung (andere Reihenfolge, andere Signale) — Lernende vertrauen der Tafel dann nicht mehr.
Was kann in der Praxis schiefgehen?
- Die Hinweise sind zu klein, zu voll oder stehen nebendran, wo niemand hinschaut — dann nutzt niemand die Stütze.
- Sichtbare Schritte und mündliche Kurzabweichungen widersprechen sich — die Klasse richtet sich nach dem Einschub und die Routine bricht auseinander.
- Einzelne ignorieren die Tafel, wenn die Nutzung unklar bleibt (steht da nur Deko?) — dann bleibt die Steuerung bei Nachfragen an dich.
Quelle (Hintergrund)
Abgeleitet aus Tip 3 („Write the steps of the routine down“) bei Craig Barton, Tips for Teachers, John Catt, 2022.
Mini-Quiz
Wähle eine Antwort — Rückmeldung erscheint sofort.
01 Warum lohnt es sich, die Routinen-Schritte sichtbar festzuhalten?
02 Welche Tafelhilfe passt am besten zu einer Diagnose-Routine?
03 Woran erkennst du, dass die sichtbare Notation wirkt?
Diskussion
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